Aktuell hat Deutschland ein Jahrundertwinter fest im Griff – naja es ist halt seit Jahren mal wieder so kalt, wie es gefühlt das letzte Mal in meiner Kindheit war, als ich in Willebadessen meine Tante im Kloster besucht hatte und der Ort von 30 cm Schnee über Wochen bedeckt war. Es war so kalt, dass in Paderborn der durch Streusalz aufgetaute Schnee wieder fror.
Als Antwort kommt aus allen Kohlestofflagern jetzt die Frage – ja wo ist denn jetzt die Erderwärmung?
Schaut man dann mal von Deutschland hoch, dann sieht man, was das veränderte Klima so alles kann. Durch den Energieeintrag in die Atmosphäre, die Weltmeere und auch in das Festland haben wir es nun damit zu tun, dass die verfluchte Gaußkurve sich in eine Richtung begonnen hat zu verschieben. Und diese Richtung bedeutet, dass das was gestern noch recht unwahrscheinlich war (sogenannte Jahrundertereignisse), nun plötzlich jedes Jahrzehnt anklopft.
Aktuell erlebt das Marokko, Portugal und Spanien – sintflutartige Regenfälle überschwemmen ganze Gebiete und Menschen müssen ihre Häuser verlassen und leben nun im Ungewissen, was von ihrem Hab und Gut verschont geblieben ist.
Doch was ist unsere Antwort als Menschheit darauf? Drill Baby Drill. Holt allen Kohlenstoff aus dem Boden und macht daraus CO2. Das ist die Logik eines Parasiten – friss solange Du kannst und gehe mit Deinem Wirt unter. Nur dass der Parasit es oft schafft den Wirt zu wechseln. Unser Wirt heißt Erde – nur wo wollen wir Parasiten denn hin? Mond? Mars? Zum nächsten Sonnensystem?
Für mich wird es wohl noch erträglich sein, bis ich abtreten muss. Aber was ist mit meinen Kindern? Welche Erde werde ich ihnen hinterlassen? Gibt es noch eine Zukunft, die lebenswert ist?
Technologiegläubige mögen jetzt sagen, die Menschheit braucht nur eine Herausforderung und sie wird sie dann schon meistern. Das mag bisher funktioniert haben, aber jede Meisterung lief darauf hinaus, dass wir unsere Erde mehr und mehr ausgebeutet haben. Was wenn das irgendwann nicht mehr geht?
Ich will aber auch den Kopf nicht in den Sand stecken. Ich finde, wenn jeder wenigstens ein klein wenig mithilft, die Situation zu verändern, dann ist schon viel erreicht. Für mich bedeutet das, ich meide die Nutzung meines Autos, wo ich nur kann, ich ernähre mich hauptsächlich vegetarisch, ich kaufe mir nicht ständig neue Klamotten oder sonstige Konsumgüter, nur weil sie halt mal gerade schön aussehen, ich investiere in mein Heim, um es möglichst CO2 neutral zu machen. Ein Heiliger bin ich aber auch nicht – ich werde im Sommer meine Tochter in St. Paul besuchen und mit ihr in die Heimat zurückfliegen, was einen ziemlich tiefen CO2 Abdruck hinterlassen wird…